
Tourdaten
- Weglänge: 78.1 km
- Höhendifferenz: ↑↓ 2365 Hm
Routenbeschreibung
Die traditionelle erste Fahrt der Saison vor der offiziellen Öffnung des Albulapasses war in diesem Frühjahr schon längst überfällig. Für einmal waren heute alle Rahmenbedingungen erfüllt (persönlicher Zustand, Wetterzustand, Wochenende), sodass ich mich aufs Bike setzte und in Richtung Bergün und Preda loskurbelte.
Ich rechnete eigentlich fest damit, nur bis Preda zu kommen und spätestens bei der üblichen Schneedecke hinter der ersten Schranke umkehren zu müssen. Das Tiefbauamt Graubünden hatte aber schon ganze Arbeit geleistet und die Strasse hinter der Absperrung bereits vorgeräumt. Also kurbelte ich weiter und erreichte wenige Kurven später den idyllischen, noch teilweise gefrorenen Lai da Palpuogna.
Dort sah die Strasse hinter der zweiten Schranke immer noch schneefrei aus. Ich fuhr weiter bis zum Hof bei Crap Alv. Von dort aus schlängelte sich die Strasse nun in zunehmend alpinem Gelände und unter steilen Schneehängen zur Passhöhe hoch. Hinter der dritten und letzten Absperrung war die Gefahr von Nassschneerutschen an diesem sonnigen Nachmittag wie schon in den Vorjahren ein reelles Thema. Die Strasse war ab hier aber weiterhin schon geräumt worden und ich rechnete damit, die Gefahrenzonen bis zur Passhöhe zügig durchfahren zu können. Vor einigen Jahren bedeckten noch mehrere Lawinenkegel die Strasse in diesem Bereich; heute war davon aber nichts (mehr) zu sehen.
Ich kam auf der Passhöhe an und blickte auf die verlockende endlos lange Abfahrt nach La Punt im Engadin. Dies war zwar etwas unvernünftig, da ich irgendwie wieder zurückkommen musste, keine Lust auf Mitreisende im Zug hatte und deshalb klar war, dass die ganze Strecke von La Punt zum Pass zurück wieder hochgekurbelt werden müsste. Mit der langen Abfahrt vor Augen fühlte sich das alles im Moment aber nicht sehr anstrengend an, und schon war ich zügig bergab unterwegs nach La Punt.
An der Alp Alesch vorbei ging es Kurve um Kurve tiefer hinunter. Viele Murmeltiere suchten unterwegs panisch das Weite, als ich vorbeibrauste. Nicht gerechnet hatte ich allerdings mit dem zunehmend heftigen Wind, der nun auf der Strecke aufkam. In La Punt machte ich einen kurzen Wasserhalt bei einem Brunnen am Dorfeingang, wendete das Bike und machte mich auf den nun nicht mehr sehr mühelosen Aufstieg zurück zum Albulapass.
Die turbulenten Windböen machten mir jetzt bergauf ziemlich zu schaffen. Als ich am Albulapass ankam, hielt ich das Ärgste schon für überwunden. Nach Preda und Bergün hinunter wehte mir der Wind nun allerdings entgegen, sodass ich statt erholsamem Rollen bergab noch kräftig in die Pedale treten und den Puls weiterhin hochtreiben musste. Nach den Schlaglöchern vor Bergün, dem Kopfsteinpflaster in der Dorfmitte und den neuralgischen Kurven mit Gegenverkehr bis Filisur war ich dann schon ziemlich verspannt. Der ebenfalls zur Tradition gehörende finale Aufstieg von Alvaneu Bad nach Alvaneu Dorf gab mir dann für heute definitiv den Rest.
















