Schesaplana (2.965m) und Totalpköpfe

Besteigung des höchsten Gipfels im Rätikon mit anschließender Gratwanderung durch einsame Gegenden.

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Ausgangspunkt

Talstation der Lünerseebahn südlich von Brand im Montafon, Vorarlberg. Eine enge, kurvenreiche Strasse führt von Brand zum grossen (gebührenfreien) Parkplatz der Seilbahn (N 47,067° / E 9,755°). An schönen Wochenenden und in der Urlaubszeit herrscht hier reger Verkehr und Andrang.

Tourdaten

Routenbeschreibung

Aufstieg zur Totalphütte

Vom südlichen Ende des Lünersee-Parkplatzes geht es, den Wegweisern zur Douglasshütte und zur Lünersee-Staumauer folgend, durch Latschen und später am Fuß der hoch aufragenden Seekopf-Ostwand vorbei auf dem Bösen Tritt hinauf zur Staumauer. Der eigentliche "Böse Tritt", ein von kleinen Bächen überströmter und drahtseilgesicherter steiniger Wegabschnitt im oberen Teil, bleibt aber eher als "gute Wasserquelle" in Erinnerung.

Kurz vor der Staumauer legt sich das Gelände zurück und wird zum Grashang, man tritt vom Schatten in die Sonne und blickt bald vom westlichen Ende der Staumauer auf das den See umgebende Bergpanorama. Wir folgen dem breiten Uferweg zunächst noch etwas nach Südwesten, bis der markierte Hüttenweg zur Totalphütte die Uferpromenade dann nach rechts hinauf verlässt.

In Richtung Totalphütte nun zuerst mäßig über Grashänge, danach steiler durch zunehmend felsdurchsetztes Gelände zur Totalphütte (DAV; bewirtschaftet).

Von der Totalphütte zur Schesaplana

Nach Westen geht es auf dem rot-weiß markierten Weg weiter in Richtung Schesaplana. Es dominieren nun Geröllhänge und kleine Felsabsätze, über die sich der Weg steil bis auf eine weite Geröllebene hinauf windet. Von der Ebene steigen wir über eine nächste steinige und schuttbeladene Steilstufe in den obersten weiten Kessel unterhalb des Gipfels. Hier wandelt sich nun das Untergrund und wird schiefriger und erdiger. Entlang markanter Schieferrippen zieht sich der nun drahtseilgesicherte Pfad in einem Bogen hinauf auf eine Schulter (Wegweiser). Von der Schulter auf dem stets deutlichen Pfad in wenigen Schritten zum breiten Gipfel der Schesaplana mit Kreuz.

Bei großem Besucherandrang kann man im oberen Kessel auch eine der höher oder tiefer liegenden, parallel verlaufenden Schieferrippen verfolgen, Man kann den Kolonnenverkehr auf den Schieferrippen auch vollständig umgehen, indem man am Anfang der Rippen hinauf auf den Südostgrat steigt und diesem leicht über brüchige Felsen und schiefrigen Schutt direkt bis hinauf zum Gipfel folgt.

Da der Schesaplana-Gipfel bei unserem Besuch ziemlich überlaufen war, sind wir wieder auf dem Aufstiegspfad zur Schulter abgestiegen. Auf der anderen, der Schesaplana gegenüberliegenden Seite der Schulter erhebt sich ein flacher Vorgipfel (2.850m). Dieser lässt sich von der Schulter aus über einige Felsblöcke leicht erreichen und bietet eine herrliche Aussicht über die weite Geröllfläche der Totalp sowie dem dahinterliegenden Prättigau in der Schweiz.

Über den Südwandsteig

Da es erst Mittagszeit war, beschlossen wir spontan, unsere Gipfeltour noch durch einige zusätzliche Abstecher zu verlängern. Vom erwähnten Vorgipfel der Schesaplana aus stiegen wir über den westlich verlaufenden, brüchigen Felsgrat, später dann über die darunterliegenden weiten Geröll- und Schneefelder nach Westen ab, bis am westlichen Fuß des Felsgrats auf 2.800m mehrere blau-weiße Markierungsstangen sichtbar wurden. Diese bezeichnen den Beginn des Südwandsteigs, der die Felsabbrüche südlich von unserem Vorgipfel quert und weiter im Osten wieder auf der Geröllebene in den Aufstiegsweg von der Totalphütte mündet.

Auf dem (mit blau-weißen und rot-gelben Markierungen versehenen) Südwandsteig teils drahtseilgesichert, teils etwas ausgesetzt auf steilen geröllbeladenen Felsstufen queren, bis das Gelände wieder einfacher wird und man wieder weniger steile Geröllhalden erreicht, die etwas weiter unten in der weiten Fläche der Totalp auslaufen. Wir haben den Südwandsteig an dieser Stelle verlassen und sind über Geröll und Schnee nach Südwesten in Richtung der ersten Erhebung der Totalpköpfe gequert, auf der ein kleiner Steinmann sowie (etwas westlich davon) ein Grenzstein sichtbar ist (auf Karten als P.2713 bezeichnet).

Überschreitung der Totalpköpfe

Auf dem breiten Fels- und Schuttgrat (auf dem auch die Grenze zwischen Österreich und der Schweiz verläuft) mäßig absteigend bis zu einem breiten Platz auf 2.550m mit einem alten rot-weißen Schweizer Wegweiser. Jenseits davon erhebt sich der nächste Grataufschwung der Totalpköpfe auf 2.587m. Dieser kann vom Wegweiser einfach über Felsabsätze und Geröll in wenigen Minuten erreicht werden. Vom Wegweiser aus verlassen wir nun den Grat und folgen wir schwachen, meist nicht mehr sichtbaren Pfadspuren und einzelnen Steinmännern stets abwärts in Richtung einer deutlichen Wegspur auf dem Geröll in rund einem Kilometer Entfernung, der von weitem in der Ferne erkennbar ist. Irgendwann tauchen wieder erste blau-weiße Markierungen scheinbar aus dem Nichts auf, denen wir weiter abwärts folgend.

Abstieg zur Totalphütte

Weiter absteigend erreichen wir schlußendlich einen Wegweiser auf dem Weg, der von der Totalphütte im Norden zum deutlich sichtbaren Gratübergang der Gamsluggen im Süden führt. Hier nach links auf den grasbewachsenen unteren Ausläufern der Totalp mit wenig Höhenunterschied wieder zurück zur Totalphütte.

Abstieg zum Ausgangspunkt

Zunächst steigen wir von der Totalphütte rund 200m auf dem Hüttenweg wieder in Richtung Lünersee ab, bis wir an einen Wegweiser kommen. Hier zweigt eine schöne alternative und weniger begangene Abstiegsmöglichkeit ab, die in einem weiten Bogen südwärts über Grashänge und später unterhalb der Geröllhänge der Kanzelköpfe ebenfalls wieder zum Lünersee führt und am östlichen Seeufer wieder in den breiten Uferweg einmündet. Auf diesem wieder zurück zur Staumauer und auf dem Aufstiegsweg über den "Bösen Tritt" wieder hinunter zum Lünersee-Parkplatz.

Fotos

Auf dem Bösen Tritt vom Parkplatz hinauf zur Staumauer
Kurz unterhalb der Staumauer, mit Blick auf den Saulakopf
Westlicher Uferweg am Lünersee mit Kanzelköpfen
Auf dem Hüttenaufstieg zur Totalphütte
Blick vom Hüttenweg auf Lünersee und Kanzelköpfe
Die Totalphütte
Der Weiterweg verläuft durch den Felsgürtel links der Bildmitte
Totalphütte und Seekopf entschwinden im Hintergrund
Aufstieg über zunehmend felsiges Gelände
Auf der Geröllebene oberhalb des Felsgürtels
Aufstieg auf die nächste Steilstufe über der Geröllebene
Der weite Kessel mit Schesaplana rechts im Hintergrund
Schieferrippen im Kessel unterhalb des Gipfels
Blick vom Südostgrat in die Tiefe
Blick vom Südostgrat auf die Aufstiegsspur im Geröllkessel
Die letzten Meter zum Gipfel
Aussicht vom Gipfel auf Brandner Gletscher und Mannheimer Hütte
Blick auf Aufstiegsweg und Lünersee
Auf dem gegenüberliegenden Vorgipfel der Schesaplana
Auf dem Westgrat vom Vorgipfel
In der weiten Geröllsenke westlich des Gipfels
Markierungsstangen am Übergang zum Südwandsteig
Die ersten Meter des Südwandsteigs
Querung von geröllbeladenen Felsabbrüchen
Südwandsteig mit Markierungen im Rückblick
Verlassen des Südwandsteigs in einfacherem Gelände
Der Grat der Totalpköpfe mit der ersten Erhebung rechts
Querung von Schneefeldern auf dem Weg zu den Grat
Blick vom ersten Totalpkopf ins Prättigau
Blick vom ersten Totalpkopf ins Prättigau
Weiter hinab auf dem Grat der Totalpköpfe
Alter Wegweiser vor dem zweiten Totalpkopf
Vom Wegweiser hinauf auf den zweiten Totalpkopf
Auf dem zweiten Totalpkopf
Weitgehend wegloser Abstieg in Richtung Bildmitte links
Erste blau-weiße Markierungen tauchen wieder auf
Blick zurück auf den Grat und auf die weiten Flächen der Totalp
Wegweiser in Richtung Totalphütte
Wieder bei der Totalphütte angekommen
Abstieg unter den Kanzelköpfen zum Lünerseeufer
Westlicher Uferweg und Hüttenweg zur Totalphütte
Das imposante Felsmassiv der Sulzfluh und Drusenfluh
Auf dem Bösen Tritt wieder zurück zum Parkplatz